Hooligans im Deutschen Fußball

Hooligans im Deutschen Fußball

 

Jeder kennt die Vorfälle und das Phänomen, doch natürlich haben alle Leute dazu eine ganz eigene Meinung. Deutsche Fußballvereine und Hooligans, das lässt sich kaum trennen, schließlich haben einige Gruppierungen einen internationalen Ruf und oft genug stören diese Radaufans den normalen Ablauf von Spielen und Events. Da kommt es zu bengalischen Feuern, wilden Gesängen ohne Rücksicht auf Strafrecht und Befinden und es gibt immer wieder Schlägereien, gern auch abseits der Öffentlichkeit, um die eigene Stärke zu messen. Wie ist das Phänomen einzuordnen? Warum spielt das in Deutschland weiterhin eine große Rolle und welche Clubs fallen in dieser Hinsicht mit ihrer Anhängerschaft immer wieder auf?

Welche Vereine sind betroffen?

Erstaunlich sind es die Clubs im Osten der Bundesrepublik, die für Krawalle sorgen und das hat durchaus auch eine längere Tradition. Der BFC Dynamo mit seiner Sonderrolle im DDR Fußball, die meist unterlegenen und deshalb wütenden Fans von Rostock bis nach Halle und Chemnitz, dazu Dynamo Dresden als Legende, das war und ist heute noch eine explosive Mischung auf den Rängen und außerhalb des Stadions. Aber auch im Westen wird geprügelt und randaliert und hier stehen Vereine wie vor allem Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und noch ein paar andere auf der Liste. Stolz ist dafür ein Grund, Trotz und natürlich immer auch der Hass auf irgendwelche Lokalrivalen, wobei die Fans diese Rivalitäten oftmals selbst nicht erklären können.

Gesperrt in alle Ewigkeit: Einen richtig krassen Aussetzer leisteten sich die Hooligans von Dynamo Dresden, die Anfang der 1990er Jahre für ein Jahr für den Europapokal gesperrt wurden nach heftigen Ausschreitungen gegen Roter Stern Belgrad. Der Witz daran: Dynamo qualifizierte sich seitdem nie mehr und wurde demnach auch nie gesperrt, so dass ein möglicher Erfolg in Zukunft gleich geschmälert würde durch das Bewusstsein, man habe sich zwar qualifiziert, könnte aber ohnehin nicht antreten.

Ein Erbe der Vergangenheit?

Auf der Suche nach Ursachen fallen mindestens zwei Gründe ziemlich schnell ins Auge. Zum einen haben gerade die Ost Clubs ihren Trotz und ihre Autonomie gegenüber staatlicher Aufsicht wie eben der Polizei einer langen Historie im Widerstand gegen DDR Strukturen zu verdanken, schließlich war das Stadion lange Zeit der einzige Ort, wo der Ostdeutsche mal so richtig die Sau rauslassen konnte. Oftmals war selbst der Stasi Apparat kaum in der Lage, die Rivalitäten zu bändigen und diese wilden Zeiten haben den Hooligan etwa von Dynamo Dresden bis heute und sey es nur über Erzählungen geprägt.

Zum anderen ist es aber auch denkbar, dass Fußball in Deutschland eine Art Erbe des Krieges ist. Man muss dazu nur mal die Fankultur in Amerika mit der in Europa vergleichen, die Neue Welt hatte keine transnationalen Kriege und ähnlich und möglicherweise sind die Anhänger deshalb friedlicher. Fußball kann kriegerische Aggressionen gut transformieren, es ist ein taktischer Sport ähnlich wie eine Schlacht, dazu kommt die militärisch verwandte Sprache und noch einiges mehr. Vielleicht sind es die gefährlichen jungen Männer, von denen Faszination ausgeht bis in alle Generationen und deren Wettstreit heute friedlich auf dem grünen Rasen ausgetragen wird, ein Krieg ohne Tote gewissermaßen.