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Deutsche Fußballvereine: Von Meistern und Helden

Es gibt wohl kein Land auf der Welt, in dem Fußball so sehr kulturell, wirtschaftlich und sogar politisch verwoben ist wie in der Bundesrepublik. Mag in Brasilien die Leidenschaft größer und in England der Fußball erfunden worden seyn – in Deutschland gibt es eine einmalige Vereinsstruktur, gibt es Regionen, die sich über das runde Leder definieren und finden sich Millionen Fans, Spieler und Ehrenamtliche, die sich dem Geschehen auf dem grünen Rasen widmen. Dabei spielt es nicht so sehr eine Rolle, ob es gerade um das Profi Team und dessen Spitzenspieler geht oder eben doch um den Verein aus dem Dorf – der Fußball verbindet, vermittelt Zusammengehörigkeit und trägt ganz nebenbei auch immer ein gutes Stück zur Volksgesundheit bei.

Volkssport Nummer 1

Der deutsche Fußballbund ist mit seinen vielen Millionen Mitgliedern der größte Sportverband der Welt. Diese Vielfalt drückt sich dann bis nach unten in die tiefste Provinz aus durch organisatorisch vorzüglich ineinandergreifende Einheiten, von der Jugendmannschaft im Kleinkinderbereich bis hinauf zu den Meisterschaften bei Amateuren und Profis. Zugleich wird wirklich überall gekickt und den großen Idolen von Bayern München und Borussia Dortmund oder eben auch der deutschen Nationalmannschaft nachgeeifert und diese Begeisterung hat einen wichtigen sozialen und wirtschaftlichen Einfluss auf die Gesamtgesellschaft. Keine andere Sportart kann hier mithalten und weil sich ständig neue Talente nach oben schieben, sind die deutschen Fußballclubs im Vergleich mit anderen Mannschaften in Europa oft besser und gewinnen auch mal einen wichtigen Titel. 

Vor der Einheit: Fußball in Ost und West

Natürlich muss das runde Leder in Deutschland auch historisch betrachtet werden, das Land war schließlich mehr als 40 Jahre geteilt und beiderseits der Grenze wurde dem Fußball eine jeweils ganz andere Rolle zugedacht. Während der Westen Wert legte auf Freizeitsport und später den Ausbau bei den Profis, ganz kapitalistisch mit Werbeeinnahmen und Fanartikelverkauf, nutzten die Sozialisten im Osten den Sport vielmehr für eine positive Außenwirkung, ganz typisch eben für autoritäre Systeme und deren Suche nach Beachtung.

Duelle und Vergleiche: In der Summe schnitten dabei die westdeutschen Clubs vor 1990 und der deutschen Einheit besser ab, es wurden internationale Pokale gesammelt, was der DDR mit dem 1.FC Magdeburg nur ein einziges Mal gelang. Dafür jedoch schlug die ostdeutsche Auswahl im Jahre 1974 ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft in der Bundesrepublik die westdeutsche Mannschaft mit 1:0 und dieses Tor des Jürgen Sparwasser ist in die Geschichte eingegangen.

Erfolge, Fans und Meisterschaften

Der absolute Rekordmeister ist der FC Bayern, der auch im Pokal unzählige Titel holte. Danach folgen mit dem BVB aus Dortmund, Werder Bremen, Stuttgart und einigen anderen Mannschaften, die auch in den letzten Jahren immer mal wieder erfolgreich waren, während Teams wie HSV oder auch Mönchengladbach die ganz großen Erfolge vor Jahrzehnten feierten. Die Fankultur freilich ist sehr lebendig und reicht von Familien über Hardcore Anhänger bis hin zu Ultras und Hooligans, was im deutschen Fußball dann stets zu einer perfekten Mischung aus Spektakel und Spannung führt.